Dosenpfand

Informationen, Fakten, Zahlen

Wie teuer ist das „Dosenpfand“?

  • Der Aufbau des Pfandsystems für Einweggetränkeverpackungen – als zusätzliches Rücknahmesystem neben dem Grünen Punkt – erforderte Investitionen von einmalig rd. 1,5 Mrd. EURO (z.B. für die Einrichtung der notwendigen Infrastruktur und den Aufbau von ca. 40.000 speziellen Rücknahmeautomaten) und jährliche Kosten für den laufenden Betrieb von ca. 750 Millionen EURO. Neben dem bereits existierenden und gut funktionierenden Sammelsystem für Verpackungen (Grüner Punkt), mit dem Getränkeverpackungen zuvor dem Recycling zugeführt wurden,  wurde damit lediglich ein zusätzliches Rückführungssystem geschaffen – mit dem Getränkeverpackungen ebenfalls in das Recycling gelangen, allerdings unter erheblich höherem Kostenaufwand.

  • Die europäischen Länder, die keine Pfandsystem haben, sondern Getränkeverpackungen nur über das Grüne-Punkt-System dem Recycling zuführen, erzielen damit z. T. sehr hohe Recyclingquoten. In Österreich, Belgien oder den Niederlanden beispielsweise betragen die Recyclingraten bei Getränkedosen zwischen 80 und 90 Prozent.

  • Im Ergebnis wurde das Sammeln und Recyceln von Einwegverpackungen durch das Einwegpfand lediglich verteuert.

  • Der Anteil aller Getränkeverpackungen an der gesamten Umweltbelastung in Deutschland liegt bei lediglich  0,1 % (Quelle: UBA-II-Studie des Umweltbundesamtes).

  • Schon im Jahr 2002 kam daher das Baseler Institut Prognos zu folgenden Ergebnis: "Den Investitionskosten des für das Pflichtpfand nun aufzubauenden Rücknahmesystem stehen die ökologischen Nutzeffekte des Pfandes gegenüber. Bewertet man diese nach der Signifikanz der Belastungsunterschiede im ökologischen Gesamtkontext (Gesamtbelastung durch alle Emittenten in Deutschland), so sind die ökologischen Nutzeffekte des Pfandes aus Sicht von Prognos minimal. Die Basler bezweifeln, dass die Aufwendungen für den Aufbau und Betrieb einer gesonderten Rücknahmeschiene in einem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis stehen und sehen deshalb die Gefahr vor einem insgesamt suboptimalen Einsatz von Ressourcen." (siehe Pressemitteilung vom 20.12. 2002, www.prognos.com)